Song des Tages

We could be heroes, just for one day

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Wie gestern bekannt wurde, ist vergangenen Mittwoch ein ganz Großer von uns gegangen: der venezolanische Folksänger Simón Díaz. Er wurde 85 Jahre alt. Sein bekanntester Song heißt “Caballo Viejo” (Altes Pferd) und handelt von einem betagten Liebenden. Das Lied erzählt mit der Metapher eines alten Gauls, der das Gnadenbrot bekommt, von den Nöten des Älterwerdens. Descanse en Paz, tio Simón!

Aus Solidarität mit den Musikern in Mali ist der seit 2006 ratternde Africa Express wieder losgefahren, dieses Mal mit Damon Albarn, Brian Eno, Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs, Idris Elba, Olugbenga Adelekan von Metronomy, Ghostpoet und zahlreichen lokalen Künstlern. Ziel: Bamako, wo in einem Jugendzentrum “Maison des Jeunes” aufgenommen wurde. Das Ergebnis ist eher sperrig, so heißt es, nur dieser Song wird gelobt. Mit Recht, wie ich meine.

Dieser großartige Titel ist mein Lieblingsfilmsong. Er stammt aus dem Film “Broken Flowers” mit Bill Murray, heißt “Yegelle Tezeta” und stammt von Mulatu Astatke, einem bekannten äthiopischen Musiker. Mich erinnert der Sound an die Szene, als Murray sich in sein Auto setzt, die CD, die ihm sein Nachbar extra gebrannt hat, einlegt, und losfährt. Eine bessere Musik für einen Roadtrip gibt es nicht!

Die malische Sängerin und Schauspielerin Fatoumata Diawara hat das Who-is-who der dortigen Musikszene um sich gesammelt, um eine kraftvolle Botschaft für den Frieden und gegen den Extremismus in die Welt zu schicken. Ich kenne mich dort nicht so aus, aber NPR nennt als Mitwirkende unter anderem Fatoumata Diawara Amadou und Mariam, Oumou Sangare, Vieux Farka Toure – Sohn von Ali Farka Toure, Khaira Arby und Toumani Diabate. Ein kraftvolles Statement ist der Song auch deshalb, weil die deutliche Kritik an den Islamisten für die Musiker alles andere als ungefährlich ist, sollte der Krieg eine schlechte Wendung nehmen.

Wenn draußen die Temperaturen in den Minusbereich driften, ist es um so wichtiger, dass es einem wenigstens warm ums Herz ist. Lucas Santtana schafft das. Der Brasilianer erneuert die brasilianische Popmusik – nach dem Motto: Weg vom Tropicalismo, hin zum rhythmischen Latin-Gitarrenpop. Wie der in Salvador/Brasilien geborene Santtana Folk, Gitarrenrock, Ska, Dub-Reggae und Electronica verschmilzt, gelingt so mühelos nur ganz wenigen Künstlern der Szene. Wunderbar!

Bei dem ganzen Hype um das von ihm produzierte neue Album von Bobby Womack (das übrigens ganz großartig ist) fällt das Debütalbum eines weiteren Nebenprojekts des Ex-Blur-Sängers Damon Albarn fast unter den Tisch. Naja, zumindest unter meinen. Rocket Juice & The Moon ist eine Art Supergroup, mit Flea am Bass und dem bekannten nigerianischen Musiker Tony Allen an den Drums bzw. Percussion-Instrumenten. Ich würde das mal Weltfunkfusionsmusik nennen, was wiederum zum musikalischen Horizont der drei passt.

Amadou & Mariam sind in Afrika Stars, und nicht nur dort – hierzulande verbindet kennt einer sie wahrscheinlich vom Grönemeyer-WM-Song “Zeit das sich was dreht”. Der Respekt, den westliche Künstler dem Duo entgegenbringen, zeigte sich nicht nur 2008, als Damon Albarn ihr Album Welcome To Mali produzierte (Hörtipp: Sabali); auch auf dem Nachfolgealbum Folila, das im März erscheint, ist eine illustre Liste von Mitstreitern zu finden: TV on The Radio, Nick Zinner von den Yeah Yeah Yeahs und Theophilus London beispielsweise. Und Santigold, wie auf diesem vorab veröffentlichten Track zu hören.

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