Song des Tages

We could be heroes, just for one day

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Frank Sinatra: That’s Life

Wenn ich es recht bedenke, sind ganz viele von Frank Sinatras Songs kaum versteckte Kapitalismushymnen. Aufsteh- und Zubettgehmusik für Puritaner sozusagen, die allerdings nach Vietnam nicht mehr so gut funktionierten. Ob mir diese Feststellung den Weg ins lukrative Popkulturkritiker-Business öffnet (fragt der Kapitalist in mir)?

Herman’s Hermits: No Milk Today

Hach, wer würde seine Band heute noch Herman’s Hermits nennen? Im Video zu diesem Klassiker passt aber auch alles – die Standardtänzer im Hintergrund, der Gitarrist rechts mit der Buddy-Holly-Quotenbrille, der vom Playback komplett überforderte Gitarrist links, die komplette Harmlosigkeit von Text und Band… und bei Wikipedia sehe ich gerade, dass Sänger Peter Noone immer noch fülliges Haar liebt und jetzt aussieht wie Howard Carpendale.

Cat Power ist großartig, inzwischen auch live. Und wenn ich auf meiner Reise vergeblich irgendwo in einer Kleinstadt im Nirgendwo nach einem Internetanschluss zum Bloggen suche und die Verzweiflung an mir nagt, dann setze ich mich einfach an den Straßenrand und mache dieses Lied an (das Original ist übrigens von The Velvet Underground).

Dieser Track ist Teil des Bloggertramp-Soundtracks, einer Auswahl der Songs, die ich auf meiner Reise durch Europa dabei habe.

Seitdem ich neulich die letzte Folge der ersten Staffel von Mad Men gesehen habe, geht mir dieser Dylan-Song nicht mehr aus dem Kopf. Der perfekter Soundtrack zur letzten Szene, in der Don Draper nach Hause kommt. Wer sie kennt, weiß, was ich meine. Unendlich viele Coverversionen, und doch nie erreicht – für mich kommt nur Mike Ness mit seiner eigenen Note dem Original halbwegs nahe.

One

Wir mögen Musik. Wir, das sind derzeit Ben, Nico und ich (Johannes). Und wir sind der Meinung, dass manche Songs zu gut sind, um sie einfach in irgendwelchen Playlists vergammeln zu lassen. Deshalb bloggen wir über sie. Jeden Tag über einen Song, um genau zu sein. Punkt 6 Uhr. Ein paar Worte, mehr nicht, die Musik soll sprechen. Songdestages.de ist Work in Progress – wir freuen uns über Feedback und über Ideen, falls jemandem zum Beispiel ein besserer Name (das hier ist eigentlich eher ein Arbeitstitel) und Claim für das Blog einfällt.

Auf One bin ich das erste Mal in der Version der Band Filter gestoßen – eine Coverversion für den Soundtrack des X-Files-Films, inklusive düsterem Videos mit Auftritt des “Krebskandidaten“.  Die Originalversion kannte ich damals nicht. Ein Jahr später hörte ich das Lied wieder – intoniert von Aimee Mann für die musikalische Untermalung des surreal-melancholischen Schicksalsdramas Magnolia.

Perfekt, dachte ich, das ist also das Original aus den Sechzigern. Von wegen: Der amerikanische Songwriter Harry Nilson schrieb das Lied ursprünglich, bekannt wurde es 1969 durch die Version der Späthippieband Three Dog Night (die wiederum in diesem Artikel aus dem NYMag sehr indirekt mit der Entstehung des HipHop in Verbindung gebracht werden). Und meines Erachtens ist dies auch die beste Fassung. Zusammen mit dem YouTube-Knetvideo ein passender Opener für unser Blog.